Transparenz bei der Lebensmittelerzeugung schaffen!
Turgut Altug, verbraucherschutzpolitischer Sprecher, sagt mit Blick auf die Grüne Woche:
Dieses Jahr steht die Grüne Woche unter dem Motto ”Erfolg trifft Erlebnis”. An mehreren hunderten Ständen wird das Messegeschehen laufen. Allerdings dominieren die konventionelle Landwirtschaft und Massentierhaltung genau so wie in den vorigen Jahrzehnten die Messe.
Das ist umso bedauerlicher, da fast jede Woche ein neuer Lebensmittelskandal bekannt wird. BSE, Dioxin, Pestizide in Obst- und Gemüse, Gentechnik in Lebensmitteln, Gammelfleisch, Antibiotika und vieles mehr sind die Stichworte. Diese Skandale haben ihren Ursprung vor allem in der Massentierhaltung und der konventionellen Landwirtschaft. Gewinnmaximierung darf aber keine Grundlage für die Erzeugung von gesunden Lebensmitteln sein. Diese Art der Landwirtschaft macht die Menschen und die Tiere krank und zerstört unsere Lebensgrundlagen.
Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus sind nachhaltige Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung Ziele, die wir mit unserer Agrar- und Verbraucherpolitik erreichen wollen. Es gibt viele Bereiche in der Lebensmittelerzeugung, bei denen es an Transparenz mangelt. Beispielsweise gibt es immer noch keine Lebensmittelkennzeichnung für gentechnisch veränderte Produkte. Hier sollte der Verbraucherschutz mehr im Vordergrund stehen.
Die faire Bezahlung von umwelt- und tierfreundlichen sowie gesunden Lebensmitteln kann nur durch die bewusste Einkaufsentscheidung von Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Standard werden. Deshalb spielt für eine Großstadt wie Berlin in erster Linie die Art des Konsums eine große Rolle.
Es ist an der Zeit für eine Landwirtschaft und Tierhaltung, die eine gemeinsame Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt trägt. Dafür gehen wir an diesem Samstag (21. Januar) bei der Demonstration „Wir haben es satt“ in Berlin auf die Straße.
