Täuschung bei den Flugrouten – neuer Senat, alte Methoden
Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher, sagt zu aktuellen Medienberichten darüber, dass bisher nicht die komplette Anzahl der zu erwarteten Flugbewegungen veröffentlicht wurde:
Die Berlinerinnen und Berliner sind von den Verantwortlichen der Flughafenplanung erneut getäuscht worden. Bei der Verkündung der endgültigen Flugrouten am 26. Januar 2012 bezog sich das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) noch auf veraltete Berechnungen. Aktuellen Medienberichten zufolge müssen die BerlinerInnen von mindestens 100 Flugbewegungen mehr am Tag ausgehen.
Das bedeutet allein für die Wannseeroute fast eine Verdoppelung der Flugbewegungen von 48 auf 83 Flüge täglich – und damit auch eine Verdoppelung der Lärmbelastung für die Bürgerinnen und Bürger durch die Hintertür. Da die Wannsee-Route über den gegen Flugzeugabstürze nicht gesicherten Wannsee-Reaktor führt, verdoppelt sich auch hier das Risiko.
Der Berliner Senat als Flughafengesellschafter schweigt bis heute. Sowohl dem Senat als auch der Flughafengesellschaft war bereits im Dezember 2011 bekannt, dass es zu erheblich mehr Flugbetrieb kommen wird, als bislang kommuniziert wurde. Trotz der BürgerInnenproteste sind die Lärm- und Schadstoffbelastungen verharmlost und Betroffene wissentlich im Unklaren gelassen worden. Die Berlinerinnen und Berliner sind um ihre Beteiligungsrechte betrogen worden. Es wird weiter getäuscht, betrogen und verschwiegen. Das Fazit ist: Neuer Senat – alte Methoden.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert vom Senat, sofort Transparenz über die zu erwartenden Flugbewegungen herzustellen. Das Votum der Fluglärmkommission und des Umweltbundesamtes (UBA) für alternative Routen um Berlin und Brandenburg muss umgesetzt werden.
