Personalmangel im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst – Der Senat spart am Wohl der Berliner Kinder
Marianne Burkert-Eulitz, Sprecherin für Familie, Jugend und Kinder, sagt zum Personalmangel im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst:
Der rot-schwarze Senat feiert die Arbeit der „Zentralen Stelle für Einlade- und Rückmeldewesen“ für die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder als großen Erfolg beim Kinderschutz. Familien, die die Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kinder nicht oder nicht rechtzeitig wahrnehmen, werden zunächst erinnert und wenn sie auch darauf nicht reagieren, sollen sie von den Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten der Bezirke besucht und beraten werden. So soll Vernachlässigung von Kindern frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Leider fehlt den Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten der Bezirke dafür das nötige Personal.
Im jüngsten Bericht der Senatsverwaltung für Gesundheit zur Mundgesundheit der Berliner Kinder heißt es: „Erstmalig ist der Anteil der Kita-Kinder sowie Schülerinnen und Schüler mit einem kariesfreien Zahnstatus im Schuljahr 2010/2011 nicht weiter gestiegen. Die seit Jahren positive Entwicklung scheint unterbrochen. Der Anteil der Kinder, bei denen Behandlungsbedürftigkeit festgestellt wurde, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Dieser Fakt ist vermutlich der zum Teil reduzierten personellen Ausstattung der Zahnärztlichen Dienste geschuldet.“
Die Berliner Bezirke sind weit davon entfernt, ihre Kinder- und Jugendgesundheitsdienste so mit Personal ausstatten zu können, wie es das Konzept des Mustergesundheitsamtes vorsieht und wie es erkennbar nötig wäre, um die Gesundheit Berliner Kinder zu gewährleisten und ihre Familien angemessen beraten zu können. Sie kommen bei den Schuleingangsuntersuchungen kaum nach, können den Impfstatus der Kinder nicht mehr garantieren, haben Probleme die Kita-Reihenuntersuchungen flächendeckend vorzunehmen.
Es fehlt überall am nötigen Fachpersonal. Gleichzeitig zwingt der Senat die Bezirke zum weiterem Abbau von 1500 Stellen. So werden die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste auch in Zukunft keine Chance bekommen ihren vielfältigen Aufgaben für die Kinder gerecht werden zu können. Kinderschutz und Kindergesundheit brauchen dringend ausreichendes Personal vor Ort, sonst bleiben Gesetze und Regelungen nur hohle Worte. Schutz und Wohl der Kinder dürfen nicht der Erreichung abstrakter Personalzielzahlen geopfert werden.
