Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus - Berlin

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von BerlinHeader_HP

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2. Themen von A bis Z 
  3.  (Rubrik)

7. Oktober 2008

Grüner Vorschlag: Nachnutzung Flughafen Tempelhof und Tempelhofer Feld

Wir wolln hier rein – schnelle Öffnung der Grün-, Frei- und Sportflächen im Tempelhofer Feld

Entwicklung des Tempelhofer Feldes von Neukölln her denken!

Call for Ideas – Interessenbekundungsverfahren zur Nutzung des Flughafengebäudes

Internationale Bauausstellung als Entwicklungsmotor für das Tempelhofer Feld?

Wettbewerb für das Columbiaquartier – falsche Antwort auf eine falsche Frage

Der Flughafen Tempelhof ist eines der größten Gebäude der Welt. Und eines der faszinierendsten. Es ist daher völlig unstrittig, dass er erhalten und mit unterschiedlichsten Nutzungen zu neuem Leben erweckt werden muss. Das gleiche gilt für das Gelände des bald ehemaligen Flughafen Tempelhof. Fast 500 Fußballfelder ist es groß. Auch hier ist es unstrittig, dass ein Großteil der vorhandenen Freifläche erhalten werden und eine Bebauung nur in den Randbereichen möglich sein soll. Doch wie kommt eine Entwicklung von Flughafen und Freifläche in Schwung, welche Prioritäten müssen gesetzt und welche Entwicklungs- und Gestaltungsfreiheiten gelassen werden?

Wir wolln hier rein – schnelle Öffnung der Grün-, Frei- und Sportflächen im Tempelhofer Feld

Tempelhof-GrünflächeEin wesentliches Versprechen in der Auseinandersetzung um den Erhalt des Flughafen Tempelhofs war die Ankündigung, dass mit Ende des Flugbetriebes den Berlinern und Berlinerinnen, insbesondere aber den Bewohnern der angrenzenden Wohnviertel eine große zusätzliche Grün-, Frei- und Sportfläche zur Verfügung gestellt wird. Dieses Versprechen muss schnell eingelöst werden.

Doch der Senat und die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) wollen das Gelände immer nur im Zuge von kommerziellen Großevents für wenige Tage öffnen und ansonsten "der Nutzung des Geländes durch unerwünschte Gäste nicht freien Lauf lassen", wie es Bima-Chef Dirk Kühnau ausdrückt. Eine solche Haltung stößt auf unseren entschiedenen Widerstand. Spätestens im Frühjahr 2009 muss ein Teil des Areals dauerhaft und ohne Einschränkung für die Bevölkerung begeh- und erlebbar sein. Sowohl entlang des Columbiadamms als auch entlang der Neuköllner Oderstraße lässt sich der Zaun um das Gelände problemlos so ins Innere verschieben, dass die dortigen hochwertigen Grün-, Frei- und Sportflächen für alle nutzbar sind. Auch eine Radwegeverbindung zwischen Neukölln und Tempelhof über das ehemalige Flugfeld sollte sich zügig und ohne großen finanziellen Aufwand realisieren lassen. Unabhängig von diesen kurzfristigen Maßnahmen werden wir vom Berliner Senat aber einfordern, sich nicht nur mit städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerben zu befassen, sondern schnellstmöglich ein tragfähigen Plan zur dauerhaften Öffnung und Nutzung des Tempelhofer Feldes für die Berliner Bevölkerung vorzulegen.

Entwicklung des Tempelhofer Feldes von Neukölln her denken!

Tempelhof-FNPDie Nachnutzung des des Flughafengebäudes muss der Stärkung von Tempelhof und der gesamten Stadt dienen. Die Entwicklung des Tempelhofer Feldes muss aber von Neukölln aus gedacht werden und beginnen. Es ist der Norden Neuköllns, der dringend soziale Stabilisierung braucht und einer städtebaulichen und ökologischen Entwicklung bedarf. Das heißt: Ob unter dem Label IBA oder nicht, die Entwicklung des Tempelhofer Feldes muss mit der sozialen Stärkung und ökologischen Nachhaltigkeit in der Nachbarschaft Hand in Hand gehen. Berlin braucht im östlichen Rand des Tempelhofer Feldes keine Wohnungsbauenklave, die dort wie ein Ufo gelandet ist und sich gegenüber der Nachbarschaft abkapselt. Sondern ein neues Stadtquartier, das mit seinem Frei- und Sportflächenzugang, innovativen Gebäuden und neuer sozialer Infrastruktur in die Neuköllner Nachbarschaft ausstrahlt und diese stabilisiert. Als symbolischen Anfang für eine solche Entwicklung haben Bündnis 90/ Die Grünen beantragt, bei der Änderung des Flächennutzungsplanes für das Wohnbaufeld W 2 die Einrichtung einer Schule und einer Bedarfsfläche für eine öffentliche Nutzung festzulegen.

 Thesen zur Entwicklung des Tempelhofer Feldes

Call for Ideas – Interessenbekundungsverfahren zur Nutzung des Flughafengebäudes

Tempelhof-GebäudeDie Befürworter der Flughafenschließung haben Recht behalten. Mit Ende des Flugbetriebes droht dem Flughafengebäude keine Ödnis und kein Verfall. Im Gegenteil: Ohne dass es bisher eine konkrete Aufforderung zur Einreichung von Nutzungsinteressen gegeben hat, haben sich viele am Gebäude interessierte Investoren gemeldet. Vom Filmstudio Babelsberg über ein Luftfahrtmuseum bis zu den Gründern einer Energieuniversität, mehr als 200 konkrete Nutzungsanfragen gibt es schon. Es ist daher richtig, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unter dem Titel "Call for Ideas" ein Interessenbekundungsverfahren zur Nutzung des Flughafengebäudes eingeleitet hat. Es ist auch richtig, dass dabei noch keinerlei inhaltliche oder formale Vorgaben (Kauf, Miete, Mindestgröße...) gemacht wurden. Das Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens ist für Berlin und die Investoren unverbindlich. Aber es wird zeigen, wie viele konkrete und tragfähige Ideen für Tempelhof bereits existieren. Das wird es der Politik erleichtern, die richtigen Prioritäten für die Nachnutzung des Gebäudes zu setzen. Eins steht aber schon jetzt fest: Am Denkmalstatus des Flughafengebäudes darf nicht gerüttelt werden.

Nähere Infos zum Interessenbekundungsverfahren Flughafengebäude: http://www.projektaufruf-tempelhof.de/

Internationale Bauausstellung als Entwicklungsmotor für das Tempelhofer Feld?

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung möchte das Tempelhofer Feld und die umliegenden Quartiere im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung (IBA) und einer Internationalen Garten Ausstellung (IGA) entwickeln. Die IBA soll 2010 starten und für die darauffolgenden zehn Jahre auf dem Tempelhofer Feld "für Exzellenz, für realisierte Qualität, für Imageverbesserung und internationale Aufmerksamkeit, für Leuchtturmprojekte und für Innovationen auf allen Gebieten der Stadtentwicklung" sorgen. Nach Vorstellungen des Senats sollen die Leitthemen dieser IBA sein: die ressourceneffiziente Stadt, Entwicklung von Stadt und Wirtschaft unter ökologischen Aspekten, zukunftsorientierte Ökonomie in der Innenstadt, das Schaffen eines Experimentierraums für Zukunftstechnologien. Prägend für die IBA-Projekte soll der "neuartige urbane Landschaftsraum als ergänzende grüne Infrastruktur zur umliegenden, kompakten verdichteten Stadt sein." Bündnis 90/ Die Grünen haben Zweifel, ob eine IBA das richtige Instrument für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes ist. Unter der Überschrift "Eine IBA für Tempelhof – eine IBA für Neukölln" haben wir Ende September von der Senatsbaudirektorin über den Geschäftsführer der IBA Hamburg bis zum Staatssekretär im Bundesbauministerium zahlreiche Experten zu einem Ratschlag zu dieser Frage eingeladen.

Soziale-Stadt-Neukölln-kleinDas Ergebnis der kontroversen und mehrheitlich IBA-kritischen Diskussion: Wenn Berlin nach 1957 und 1984/87 eine dritte IBA organisiert, dann muss dies ein integriertes Modell Zukunftsmetropole werden. Das heißt, die Entwicklung des Tempelhofer Feldes muss drei Ebenen verknüpfen:

  • Bauliche und ökologische Innovation mit neuen Energien und neuer Mobilität nicht nur im Neubau  auf dem Tempelhofer Feld, sondern auch im Bestand und in der Stadtteilentwicklung von Nord-Neukölln,
  • Soziale Integration durch modellhaft entwickelte Infrastrukturen für Bildung, Kinder, Jugend und interkulturelle Vielfalt,
  • neue Ökonomie und Bautechniken, ausgerichtet auf ökologische Zukunftstechnologien und Innovationen.

Protokoll Ratschlag "Eine IBA für Tempelhof-eine IBA für Neukölln?" 

Wettbewerb für das Columbiaquartier – falsche Antwort auf eine falsche Frage

Tempelhof-ColumbiaDer Flächennutzungsplan für das Tempelhofer Feld sieht zwei Wohnbauflächen vor. Eines im Norden am Columbia-Damm und eines im Osten direkt ans das Neuköllner Wohnviertel entlang der Oderstraße angrenzend. Am 29. September startete der Senat für das so genannte "Columbiaquartier" einen internationalen städtebaulich-landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb. Auch wenn Bündnis 90/ Die Grünen eine Wohnbebauung an dieser Stelle nicht grundsätzlich ablehnen, halten wir es für falsch, die Entwicklung des Tempelhofer Feldes vom Columbia-Damm aus zu beginnen. Dass dieser Bereich sich wegen seiner isolierten Lage und der relativ schlechten Verkehrsanbindung nicht für eine prioritäre Entwicklung anbietet, wird bereits beim Blick auf die Wettbewerbsanforderungen deutlich: So ist eine Hauptaufgabe der ersten, bis zum Jahresende abzuschließenden Wettbewerbsstufe die Vernetzung des Columbiaquartiers mit den nördlich angrenzenden Stadtquartieren und Landschaftsräumen, insbesondere dem Bergmannkiez, dem Südstern und der Hasenheide. Es macht keinen Sinn ein neues Wohnquartier zu schaffen, das erst mit großem Aufwand und zweifelhaftem Ergebnis mit seiner Nachbarschaft "vernetzt" werden muss. Zudem ist die eigentliche Nachbarschaft des Columbiaquartiers das Flughafengebäude. Deshalb muss zuerst die wichtigste Frage - die zukünftige Nutzung des Flughafengebäudes  - geklärt werden und sich die Bebauung am Columbia-Damm dieser anpassen. Und nicht umgekehrt! Es kann nicht sein, dass eine innovative Nutzung des nördlichen Teil des Gebäuderings aus Rücksicht auf die Wohnbebauung am Columbiadamm ggf. unterbleiben muss. Die vom Senat geplante vorrangige Entwicklung des Columbiaquartiers ist die falsche Antwort auf eine falsche Frage.

Zum Städtebaulich-landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb - Columbiaquartier

 

Zusätzliche Information