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Franziska Eichstädt-Bohlig

Franziska Eichstädt-Bohlig, stadtentwicklungspolitische Sprecherin

geboren 1941 in Dresden
Stadtplanerin, zwei Kinder
Franziska Eichstädt-Bohlig

Sprecherin für Stadtentwicklung

Berlin braucht endlich eine Politik, die nicht verwaltet, sondern  gestaltet und die Probleme unserer Stadt anpackt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN legen dabei den Schwerpunkt auf die vielfältigen Potentiale Berlins und seiner Menschen, auf Bildung, Wissen und Kreativität, auf Integration und interkulturelle Toleranz.

Mir ist besonders wichtig, dass es uns gelingt durch eine moderne Umwelt- und Energiepolitik der Berliner Wirtschaft neue Impulse zu verleihen und Arbeit mit Zukunft zu schaffen.

Mein Ziel ist ein Berlin, das sich gerade auch an den Bedürfnissen von Kindern und der Jugend orientiert. Sie sind unsere Zukunft und dabei darf es auch keine Rolle spielen, wie dick der Geldbeutel der Eltern ist oder ob sie (oder ihre Eltern) in Deutschland geboren sind oder nicht.

Ich stehe für eine Politik, die der wachsenden Armut in unserer Stadt Einhalt gebieten will und nicht ausgrenzt, sondern integriert.

Nutzen wir das Potential, das wirklich in Berlin steckt.

Biografisches:

Ich bin 1941 in Dresden geboren. Mein Vater war Architekt, meine Mutter Tänzerin. Im Februar 1945, eine Woche vor dem Luftangriff auf Dresden, nahm meine Mutter ihre beiden Töchter und flüchtete vor den vordringenden Russen in ein Dorf nach Niederbayern. Das Bild, das ich bis heute mit meiner Kindheit verbinde ist, in meinen Kindertagen auf abgeernteten Feldern Kartoffeln, Ähren und Zuckerrüben zu sammeln und im Wald nach Pilzen und Beeren Ausschau zu halten, um meinen Teil zur Ernährung der Familie beizutragen.

Uni und Studentenzeit

In den 60er Jahren habe ich in Hannover und in Berlin an der TU Architektur und Städtebau studiert. Die Auseinandersetzung mit dem Faschismus und mit dem Stalinismus, die Kritik an den Notstandsgesetzen und am Vietnamkrieg hat meine Generation geprägt. Als Mitglied einer Gruppe gewerkschaftlicher und evangelischer Studenten engagierte ich mich in der Studentenbewegung von FU und TU Berlin.

Beruf und Kinder:

Mein Studium habe ich 1969 abgeschlossen und anschließend als Stadtplanerin gearbeitet. In den Siebzigern habe ich geheiratet und zwei Söhne zur Welt gebracht. Tagesmutter und Kinderladen erlaubten es mir glücklicherweise Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Instandbesetzung und behutsame Stadterneuerung:

Seit den 70er Jahren habe ich mich mit den Fehlern der Berliner Baupolitik befasst, mit der aberwitzigen Aufwandssubvention des Sozialen Wohnungsbaus, mit Bauskandalen und Bankenskandal. Aus Protest gegen Mietervertreibung und Baukorruption wurden 1980 über 70 leerstehende Häuser in Berlin "instandbesetzt".

Ich engagierte mich für die 'behutsame Stadterneuerung', wurde 'Patin' der Hausbesetzer und stritt für ihr Wohnrecht und ihre Legalisierung. Für 12 Häuser am Heinrichplatz wurde schließlich 1983 ein besonderer Sanierungsträger "Stattbau" gegründet. Als Geschäftsführerin der "Stattbau" habe ich mit den Besetzern / Bewohnern bis 1989 die ökologisch und sozial  modellhafte Sanierung und die Gründung der Genossenschaft "Luisenstadt e.G." organisiert, die die Häuser seither bewirtschaftet.

Baustadträtin in Kreuzberg:

Zur Wendezeit war ich für die Alternative Liste Baustadträtin in Kreuzberg. Zu der Zeit fiel die Mauer. Sicherlich der größte Arbeitsschwerpunkt lag damals in der Überwindung der Mauerfolgen und der innerstädtischen Verbindung von Kreuzberg in die damaligen Ostbezirke Mitte, Friedrichshain und Treptow, sowie die Unterstützung des Kreuzberger Patenbezirks Prenzlauer Berg.

Warum Grün?

Erst 1993 bin ich Mitglied vom gerade vereinigten BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN geworden. Ausschlaggebend waren für mich die großen Fehler der Kohlschen Vereinigungspolitik. Die schnelle Währungsumstellung und die Treuhandpolitik demontierten die Industrie. Die Eigentumspolitik machte eine bewohnernahe Stadterneuerung unmöglich. Die überzogenen Steuervorteile lieferten den Osten westdeutschen Glücksrittern aus und verführten und vielen Fehlinvestitionen.

Noch ehe ich mich versah, saß ich 1994 plötzlich als Quereinsteigerin für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im deutschen Bundestag in Bonn.

Von 1994 bis 2005 habe ich die Berliner Grünen im Bundestag vertreten.

Ich lernte bald, dass man als Parlamentarierin zwar nicht die Welt aus den Angeln heben kann, aber auf konkrete Entscheidungen sehr wohl Einfluss nehmen kann.

Meine Arbeitsschwerpunkte lagen in baupolitischen Fragen sowie von 2001 bis 2005 zusätzlich in der Hauhaltspolitik.

Engagement für die Hauptstadt:

Vor 1994 bis 2000 habe ich die GRÜNEN auch in allen parlamentarischen Fragen des Hauptstadtumzugs vertreten, insbesondere als Mitglied der Baukommission und dort für so manche kostengünstigere Lösung beim Parlamentsumzug gestritten. Nicht immer, aber immerhin manchmal erfolgreich.

Als Mitglied Mitglied der Expertenkommission "Historische Mitte Berlin", habe ich die Eckpunkte für die künftige Schlossplatzbebauung mit erarbeitet. Das von mir favorisierte Nutzungskonzept war das des "Humboldtforums". Die künftige Bebauung sollte sich meiner Meinung nach an der Kubatur des Schlüter'schen Stadtschloß orientieren, die Möglichkeit der Integration des Palasts der Republik sollte jedoch offen gehalten und erst im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs entschieden werden

 

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