Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von BerlinHeader_HP

Europa im Alltag

31. März 2009

Europäisch denken - Europa-Kitas fördern!

An 18 Grundschulen in Berlin lernen Kinder von der Schulanfangsphase bis zur sechsten Klasse in zwei Sprachen. An neun Oberschulen können sie zweisprachig weiterlernen. Die "Staatlichen Europaschulen Berlin" gelten als Vorzeigemodell bilingualer Erziehung und genießen regen Zulauf. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der breitgefächerten Berliner Bildungslandschaft.

Ich setze mich dafür ein, dieses erfolgreiche Konzept der Europa-Schulen auf die frühe Bildung und Erziehung auszudehnen. In Europa-Kitas kann die zweisprachige und interkulturelle Erziehung bereits ab der Krippe beginnen, wie dies in einer Reihe von bilingualen Kitas – auch in Kooperation mit Europaschulen – in Berlin bereits geschieht. Wie bei den Europa-Schulen geht es in den Kitas nicht allein um eine intensive Sprachförderung, sondern um eine umfassende Beschäftigung mit der kulturellen Vielfalt Europas und eine interkulturellen Erziehung, die auch über den deutschen Tellerrand hinausschaut. Zweisprachigkeit fördert die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und ist eine Chance, sich in einer vielsprachigen Umwelt besser verständigen zu können.

Deshalb haben wir von Bündnis 90/Die Grünen schon 2004 zu diesem Thema den Antrag "Europäisch denken – Europa-Kitas einrichten!" – erfolgreich eingebracht. Aufgrund unserer Initiative hat die Senatsverwaltung für Jugend und Bildung daraufhin ein Konzept für Europa-Kitas entwickelt und in einer Mitteilung zur Kenntnisnahme veröffentlicht. Obwohl der Senat darin die Umsetzung der vorgestellten Konzepte ab dem Kitajahr 2005/2006 verspricht, wurde bis heute keine einzige Europa-Kita zertifiziert. Das Konzept wurde in langwierigen Abstimmungsprozessen weiterentwickelt und soll nun im Mai 2009 endlich vorgestellt, mit der Umsetzung 2010 begonnen werden.

Wir Grüne setzen uns für eine rasche Umsetzung ein und fordern auch, dass die Europa-Kitas vernünftig ausgestattet werden. Entscheidend für die Qualität der Arbeit in den Kitas sind qualifizierte zweisprachige  muttersprachliche ErzieherInnen. Dies erfordert sowohl mehr als auch besser ausgebildetes Personal. Dafür brauchen die Europa-Kitas finanzielle Unterstützung in Form eines Personalzuschlags. Außerdem müssen die Aus- und Weiterbildung verbessert sowie noch immer existierende Hürden bei der Einstellung muttersprachlicher ErzieherInnen aus anderen Ländern abgebaut werden. Darauf werden wir bei der Vorstellung und Umsetzung des Konzepts dringen!