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29. September 2005

Jobkiller Samsung

Mit der Macht der VerbraucherInnen den Standort sichern!

Erst Subventionen kassieren – und sich dann vom Acker machen! Das sollten die Berlinerinnen und Berliner nicht hinnehmen: Wenn Samsung das Werk in Oberschöneweide schließen sollte, rufen wir zum Verbraucherboykott auf!

Das koreanische Unternehmen will das Werk in Oberschöneweide auf Grund fehlender Nachfrage nach Röhrenbildschirmen schließen. Damit gehen rund 750 der 800 Arbeitsplätze verloren. Dabei hat das Unternehmen in Berlin gut verdient. Mit Subventionen in Höhe von 30 Millionen Euro haben die SteuerzahlerInnen der Firma Samsung die wirtschaftliche Existenz in Berlin gesichert.

Auch der Umzug der FHTW an den Standort Oberschöneweide ist im Interesse des Unternehmens entschieden worden. Die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sollte so verbessert werden. Dass das Unternehmen den Standort nun faktisch schließen will, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, der im Umkreis angesiedelten kleinen Unternehmen, der Studierenden und der Berliner Politik.

Wie ein Hohn wirkt das Sponsoring von Samsung bei der Restaurierung des Charlottenburger Tors angesichts des dramatischen Verlustes von Arbeitsplätzen. Die Firma will sich durch ihr Engagement für Berlins Baudenkmäler ein positives Image geben und vernichtet gleichzeitig das, was Berlin am nötigsten braucht: Arbeitsplätze.

Deswegen haben wir vor dem Charlottenburger mit einem Transparent "Jobkiller Samsung" gegen den Arbeitsplatzabbau protestiert.

Der Senat hat sich zu spät und zu wenig dafür eingesetzt, dass Samsung in Berlin über den Förderzeitraum bis zum 31. Dezember 2005 hinaus bleibt. Rot-rot betreibt keine gezielte Standortpolitik, die Wirtschaftspolitik des Senat bleibt konzeptloses Stückwerk.

Samsung muss seine Verantwortung für den Standort wahrnehmen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Verantwortungsbewusstsein und Flexibilität bewiesen, denn sie haben bereits auf Lohn verzichtet.

Im Falle der Schließung rufen wir die Berlinerinnen und Berliner zum Boykott auf. Denn qualitativ gleichwertige und preiswerte Produkte gibt es zu genüge. VerbraucherInnen haben Macht. Das haben sie in vielen Fällen bewiesen – von Nike bis hin zu Shell. Die müssen sie jetzt auch in Berlin einsetzen. Wer nicht hören will, muss eben fühlen!

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