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Berlin hat mehr Potenzial für neue Wohnungen – Grüne stellen Studie vor

Berlin wächst, immer mehr Menschen ziehen in unsere Stadt und benötigen Wohnraum. Vor drei Monaten stellte der Senat den Stadtentwicklungsplan Wohnen (kurz: STEP Wohnen) vor. Dieser soll den Rahmen für die Bau- und Wohnungspolitik der nächsten 15 Jahre schaffen.

Doch zeigt sich, dass der Plan mit der heißen Nadel gestrickt wurde und die Zahlen schon jetzt überholt sind. Insbesondere Möglichkeiten der Nachverdichtung und Umnutzung wurde kaum berücksichtigt. Dabei gibt es diese Potenziale vor allem im stark nachgefragten Innenstadtbereich und es könnte ohne zusätzliche Flächenversiegelung gebaut werden.

So haben auch vertiefte Untersuchungen durch die Bezirke Mitte und Treptow-Köpenick deutlich höhere Wohnungsbaupotenziale ergeben. Der STEP Wohnen konzentriert sich hingegen vor allem auf die Bebauung großer Flächen und berücksichtigt viele andere Potenziale völlig unzureichend.

Doch nur wenn alle Potenziale aufgelistet sind, werden auch Spielräume sichtbar: Oftmals gibt es Alternativen und die "grünen Lungen" der Stadt müssen gar nicht bebaut werden.
Zudem wird im STEP Wohnen nur die zeitliche Verfügbarkeit der unbebauten Flächen dargestellt. Eine inhaltliche Bewertung oder Priorisierung fehlt.

Bei der Nachverdichtung mit Wohnungen sollte auch die Infrastruktur mitwachsen. Neue Schulen, Kitas, Spielplätze, aber auch Arztpraxen müssen gleichzeitig entstehen. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sind zum Beispiel die verkehrliche Anbindung und der Grundsatz der Innen- vor der Außenentwicklung zu beachten.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, um diese Wohnungsbaupotenziale zu untersuchen und damit neue Perspektiven zu eröffnen. Wir haben exemplarisch untersucht, welche Möglichkeiten im Bereich der Dachgeschossausbauten, der Aufstockungen und Umnutzungen schlummern und vom Senat vernachlässigt werden. Dabei haben wir festgestellt, dass in allen drei Bereichen Potenziale von fast 90.000 Wohnungen bestehen.

Der Berliner Senat sollte alle Bezirke mit vertiefenden Untersuchungen nach gleichen Standards beauftragen, damit der STEP Wohnen endlich mit belastbaren und vergleichbaren Zahlen aktualisiert werden kann. Denn dann könnten wir Orte definieren, an denen kurz- und mittelfristig nachverdichtet werden kann.

Weitere Beteiligte

open Berlin e.V.
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