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Bee Berlin – Grüne Bienen-Konferenz liefert Vorschläge für mehr Bienenschutz in der Stadt

 

Mehr als 100 ImkerInnen, ExpertInnen und FreudInnen  von Bienen und anderen Bestäubern sind am Freitag der Einladung der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gefolgt und haben im Berliner Abgeordnetenhaus darüber diskutiert, was in Berlin für den Schutz von Bienen getan werden muss.

 

Bienen fühlen sich wohl in Berlin – wohler als auf dem Land, wo die Bienen in den Monokulturen der industriellen Landwirtschaft nach dem Frühling kaum noch Nahrung finden. Doch auch den Berliner Bienen macht das durch den Klimawandel zunehmende Auf und Ab der Temperaturen zu schaffen und anfälliger für Bienenkrankheiten wie die Varoa-Milbe.

 

Umso wichtiger ist es nach Ansicht von Olaf Schwerdtfeger, stellvertretender Vorsitzender des Imkerverbandes Berlin e.V., dass sich die neuen GroßstadtimkerInnen bei den bezirklichen Veterinärämtern registrieren lassen, damit Proben genommen und Warnungen z.B. vor der amerikanischen Faulbrut ausgesprochen werden können. Als wenig förderlich erweist sich dabei die Einführung einer Anmeldegebühr in einigen Bezirken, die zurückgenommen werden sollte. Kritisiert wurde auch das Fehlen eines bezirksübergreifenden Konzepts der Veterinärüberwachung. Dies geht zu Lasten der betroffenen ImkerInnen, denen es an kompetenter Beratung und Unterstützung fehlt.

 

Cornelis F. Hemmer von „Berlin summt“, einer Initiative der Stiftung für Mensch und Umwelt, warnte vor dem drohenden Wissensverlust durch Emeritierung der letzten ProfessorInnen für Bienenkunde an den Universitäten. Auch wenn das Bienensterben vor allem an der Honigbiene festgemacht werde, wirke es sich noch viel dramatischer bei den Wildbienen aus, die aber weitgehend unerforscht seien.

 

Hans Panhoff, Bezirksstadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg, verwies auf die guten Erfahrungen mit den Bienen auf dem Gelände des Rathaus Kreuzberg - insbesondere gebe es keine Konflikte mit den MitarbeiterInnen. Im Rahmen des Projekts „essbarer Bezirk“ und beim Parkpflegewerk für den Görlitzer Park werde bei Neuanpflanzungen auf die Bienenfreundlichkeit der Bäume und Blumen geachtet.

 

Erika Mayr, Großstadt-Imkerin und Autorin wünscht sich angesichts der wachsenden Vielfalt der ImkerInnen mehr Offenheit füreinander: vom Berliner Imkerverband, der sich über eine Verdopplung der Mitgliederzahl in den letzten drei Jahren auf heute 1.000 ImkerInnen freut, bis zu Mellifera, einer Vereinigung, die sich für eine Bienenhaltung einsetzt, bei der die Biene und nicht die Honigernte im Vordergrund steht. Aber auch zwischen den Berliner und den Brandenburger ImkerInnen könne es zu Konflikten kommen, wenn  z.B. wandernde Berufsimkerinnen ihre Beuten direkt neben Kleingärten mit Hobby-ImkerInnen aufstellen.

 

Hervorgehoben wurde der enge Zusammenhang zwischen Imkerei und Naturschutz: Abgesehen von der bekannten und für die Artenvielfalt wichtigen Bestäubungsleistung der Bienen sind diese auch ein Indikator für den Zustand der Natur. Erforderlich sei daher neben einer Berlinweiten Strategie für bessere Lebensbedingungen der Bienen auch eine andere, ökologische und regionale Landwirtschaft.

 

Diese Forderungen wurden von den anwesenden PolitikerInnen aufgriffen: Da der Senat nach wie vor keinen Handlungsbedarf sieht, forderte Turgut Altug die anwesenden VertreterInnen von CDU-, Linken- und Piraten-Fraktion auf, einen gemeinsamen Antrag zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuber zu erarbeiten. Denn wie es Danny Freymark, CDU, zutreffend formulierte: „Wir wollen mehr ImkerInnen und mehr Bienenvölker“.

Veranstaltungen

Konferenz | Berliner Abgeordnetenhaus, Raum 376, Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin-Mitte (U2, Potsdamer Platz / M41, Abgeordnetenhaus) | Freitag, 13.03.2015 | 14:00 Uhr
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